Was Warmes für den Winter: französische Gemüsebouillon

Diese fast unscheinbare Bouillon ist unschlagbar für die kalten, endlosen Wintermonate und hat mich vor allem durch seine überraschend kräftigen und vielfältigen Aromen begeistert.

Ich habe das Rezept der Bouillon von den Eltern meiner französischen Freundin und ich muss sagen, dass ich beim ersten Anblick der wenig spektakulären Suppe dachte: „na toll, wie langweilig“. Aber nach dem ersten Löffel war ich überzeugt!

Frisch muss es sein

Perfekt ist natürlich, wenn man die Zutaten im eigenen Gemüsegarten anbauen kann – aber da nur die wenigsten diese Möglichkeit haben, reicht es natürlich, wenn Ihr das Gemüse auf dem Markt kauft. Wir haben es uns zum Beispiel zur Gewohnheit gemacht, samstags auf den Wochenmarkt zu gehen. Dort meiden wir die Stände, die ihre Ware auf dem Großmarkt kaufen und zu jeder Jahreszeit einfach alles anbieten. Stattdessen gehen wir direkt zu den Ständen der Obst- und Gemüsebauern aus dem Umland, die in der Regel nur saisonale Gemüsesorten haben. Dafür schmeckt das Gemüse meist besser und es ist fast so, als käme es direkt aus dem eigenen Garten. Für mich ist übrigens das Einkaufen auf dem Markt mindestens genauso wichtig wie das spätere Zubereiten der Zutaten.

Tipp: Wenn Ihr euch das Leben leicht machen wollt, kauft euch für den Markt den guten alten Einkaufstrolley – Hier in Frankreich ist die Einkaufstasche auf Rädern inzwischen zum Trend geworden und es gibt neben den üblichen karierten Modellen auch Trolleys im moderneren Design. Die beste Gelegenheit, zum Trendsetter zu werden!

Es geht los

Kommen wir zur Bouillon. Im Grunde könnt Ihr selbst entscheiden, welche Gemüsesorten Ihr nehmen wollt, und eurer Phantasie dabei freien Lauf lassen. Ich halte mich hier erst einmal an das Rezept von Geneviève …

Zutaten

Für 2 Liter Bouillon braucht Ihr:

  • 1,5 kg Karotten
  • 6 mittelgroße Stangen Porree
  • 4 große Herbstrüben oder 6 kleine Mairüben (frz. Navets) – Da diese alte Rübensorte
    in Deutschland inzwischen leider kaum noch angebaut wird, könnt Ihr ersatzweise
    Teltower Rübchen, Kohlrabi oder auch Wirsingkohl nehmen
  • 1 Scheibe Knollensellerie – Hiervon deshalb nur wenig, weil der Selleriegeschmack
    nicht so hervorstechen und alles überdecken  soll
  • 1 Gemüsezwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 l Wasser
  • Salz
  • Pfeffer

Gemüse putzen und zuschneiden

Ich höre beim Kochen am liebsten Radio. Also, wenn Ihr möchtet, erst mal das Radio anmachen. Und jetzt geht es an das Vorbereiten des Gemüses – worin eigentlich die Hauptarbeit besteht:

  • Rüben, Sellerie und Karotten schälen und die Enden abschneiden. Bei den Karotten bitte die dicken Enden großzügig entfernen, so dass wirklich kein bisschen mehr von dem Grün zu sehen ist. Das schmeckt meistens sehr bitter und kann die ganze Suppe verderben.
  • Bei den Porreestangen das Wurzelende entfernen, ebenso wie das äußerste Blatt und die ganz dunkelgrünen Blätter, so dass nur das Weiße und Hell- bis Mittelgrüne übrig bleibt. Den Porree und die Karotten in große Stücke (ca. 3-4 cm) schneiden und die Rüben vierteln.
  • Alle Gemüsesorten sorgfältig waschen, am besten 3 Mal. Das ist vor allem dann wichtig, wenn das Gemüse direkt aus der Erde kommt, oder wenn ihr nicht wisst, wie stark es behandelt wurde. Der Sand im Porree lässt sich übrigens leichter entfernen, wenn Ihr das obere Ende der Standen längs einschneidet. Ich wasche das Gemüse immer im Wasserbad mit einem Schuss Essig, damit der Sand, die Raupen und anderes Ungeziefer auch wirklich rausgehen.
  • Jetzt noch die Schalen der Zwiebel und der Knoblauchzehe entfernen und dann alle Zutaten in einen sehr großen Kochtopf geben und mit ca. 2 Liter kaltem Wasser auffüllen. Ganz wichtig: Das Verhältnis zwischen Gemüse und Flüssigkeit muss stimmen. Nehmt daher nicht zu viel Wasser, weil es sonst die Suppe ‚verwässert‘.

Köcheln und abschmecken

  • Damit auch wirklich alle Aromen in die Bouillon gelangen, ist es jetzt wichtig, das Wasser langsam bei geschlossenem Topf zu erhitzen. Sobald das Wasser siedet, könnt Ihr die Temperatur herunter stellen, kräftig salzen und pfeffern und die Bouillon ca. 45 Minuten zugedeckt ganz sanft köcheln lassen …  Nach 30 Minuten solltet Ihr schon von dem intensiven, würzigen Duft des Gemüses überwältigt sein!
  • Zum Abschluss wird das Ganze noch einmal mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Sobald die Suppe abgekühlt ist, könnt Ihr sie durch ein Sieb geben, um das Gemüse von der Bouillon zu trennen.

Servieren

Hier in Frankreich wird die Bouillon als Vorspeise gereicht, pur oder mit kleinen Nudeln, zum Beispiel Buchstaben- oder Fadennudeln.
Das Gemüse wird übrigens anschließend separat gegessen: entweder in Butter geschwenkt oder mit einer Vinaigrette.

Ich verspreche euch: Ihr werdet von den Aromen der Bouillon begeistert sein und nie mehr eine Fertigbrühe anfassen wollen!

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Eine Antwort zu “Was Warmes für den Winter: französische Gemüsebouillon

  1. wir haben das Rezept gestern mal ausprobiert und waren wirklich begeistert. Wieder eine Bereicherung mehr. Danke.

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