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Der Wildkräuter-Kochkurs (1)

Noch keine üppige Ausbeute - trotzdem schon voller Aroma und Vitamine.

Löwenzahn, Giersch, Vogelmiere

Lange musste ich mich gedulden und nun habe ich die ersten zweieinhalb Stunden Kochkurs „Kochen mit Wildkräutern“ hinter mir. Was für ein entspannter Abend, bei dem es um die richtige Ernährung (man kann es nicht oft genug hören) und eine erste Einführung in die Wildkräuterküche ging! In sehr netter Runde haben wir uns danach mit sehr leckeren Sachen bekocht. Wichtig beim gemeinsamen Essen: Man fängt zunächst bei der Rohkost an und arbeitet sich dann zum warmen Gericht vor. Geschmeckt hat uns folgende „Menüfolge“: ein Frischkorngericht; Spitzkohlsalat; Partysemmeln wahlweise mit Wildkräuterbutter oder süßer Dattelcreme; Dinkelnockerl-Suppe mit Kräutern und dazu gedünstetes Gemüse.

Auf die Wildkräuter werden wir uns wohl erst in zwei Wochen „stürzen“ können. Es gibt einfach noch nicht so viele Kräuter – was dem langen Winter geschuldet ist. Ein paar Bilder vom „Erstkontakt“ mit Wildkräutern und Getreidemühle gibt es bei Google+.

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Kartoffeln – nein Danke. Mit einer Ausnahme…

Kartoffel

Kartoffel Linda

Ich persönlich hasse Kartoffeln. Kartoffeln als Beilage oder womöglich als Hauptgericht wie Kartoffeln mit Quark sind mir ein Graus. Nur in stark verfremdeter Form, wie z.B. als sämiger Kartoffelbrei, als Kartoffelklöße oder als stark gebräunte Pommes kann ich dieses Knollengewächs mit Genuss essen.

Vor rund einem Jahr waren wir bei einem Spargelessen eingeladen und natürlich gab es dazu – was sollte es im Norden anderes sein – Kartoffeln. Bei uns in Süddeutschland, wo ich aufgewachsen bin, gibt es Spargel wenigstens auch mal mit Eierkuchen (bei uns heißt es ja Pfannkuchen…) und einer Bechamel-Sauce. Na ja, ich wollte nicht unhöflich sein und nahm mir auch zwei kleine Kartoffeln. Als notwendiges Übel zwischen Butter, Schinken und Spargel gepackt, wollte ich sie quasi unbemerkt herunterschlucken, als ich beim kauen merkte, dass diese Kartoffel irgendwie anders schmeckt. Ich nahm gleich noch mal einen Bissen Kartoffel pur und tatsächlich – die Kartoffel schmeckte mir! Ich fragte, um welche Sorte es sich da handelte. Es war die Sorte Linda.

Seitdem kommt es immer wieder vor – wenn ich irgendwo Linda entdecke, meist im Biosortiment -, dass es bei uns unverfremdete Kartoffeln gibt. Festkochend, tiefgelb, mit einer ganz besonders angenehmen Konsistenz schmeckt die Linda Kartoffel sehr aromatisch, wie ich finde, fast etwas nussig. Es gab wohl die letzten Jahre einen recht bizarren Streit um Linda. Das Bundessortenamt erteilte keine erneute Zulassung für die Kartoffel. Daraufhin gründeten Biobauern, Verbraucherverbände und engagierte Verbraucher einen Freundeskreis zur Rettung der Linda. Dieser war erfolgreich und Linda darf in Deutschland seit Februar 2010 wieder offiziell angebaut und verkauft werden.

Vor zwei Wochen hatte ich mal wieder Linda eingekauft und wollte ein Bauerfrühstück zubereiten. Irgendwie habe ich die Zeit vergessen und es kam dazu, dass die arme Linda zweieinhalb Stunden vor sich hinköchelte. Ich habe mich wahnsinnig über mich geärgert und wollte die Kartoffeln gerade wegkippen, als mein Mann meinte, er würde sie mal probieren – vielleicht seien die Kartoffeln ja noch genießbar. Und tatsächlich – Lindas Konsistenz lies nichts zu wünschen übrig und sie schmeckte perfekt! Auch wenn wahrscheinlich sämtliche Vitamine rausgekocht waren… Und die Bratkartoffeln, die ich daraus zubereitet habe, schmeckten fantastisch!

Chouquettes zum Selbermachen

Leckeres Gebäck für Zwischendurch

Diese leckeren Mini-Windbeutel gehören in jede gute französische Provinz- oder Kiez-Bäckerei und werden an der Ladentheke neben frischen Crêpes und Madeleines von überaus netten Verkäuferinnen präsentiert. Chouquettes sind besonders beliebt bei Kindern und Jugendlichen,  aber auch Erwachsene können ihnen kaum widerstehen.

Normalerweise wird das kleine Gebäck mit groben Zucker bestreut – ich habe hier zur Abwechslung einfach Puderzucker genommen. Das Rezept ist denkbar einfach und Ihre Kinder werden mit Sicherheit viel Spaß daran haben. Außerdem lässt sich mit dem Ergebnis oft ziemlich Eindruck schinden!

Sie brauchen für 4-5 Personen:

25 cl Wasser
80 g Butter
1 Esslöffel Zucker
1/2 Teelöffel Salz
3 Eier
125 g Mehl
groben Zucker oder Puderzucker zum Bestreuen

Heizen Sie den Ofen auf 200° C vor. Geben Sie Butter, Wasser, Zucker und Salz in einen kleinen Kochtopf mit dickem Boden. Erhitzen Sie die Mischung, bis alles vermischt und geschmolzen ist und die ersten Blasen entstehen. Stellen Sie dann die Temperatur auf kleine Flamme herunter.

Geben Sie jetzt das gesamte Mehl hinzu und rühren Sie kräftig mit einem Holzlöffel, bis sich eine elastische Teigkugel ergibt, die sich leicht von den Rändern des Topfes ablöst.

Jetzt kommen die Eier. Nehmen Sie den Topf vom Feuer und geben Sie jedes Ei einzeln hinzu. Rühren Sie dabei beständig weiter, bis alle Eier gut vom Teig aufgenommen wurden. Der Teig muss zugleich fest und geschmeidig sein. Formen Sie nun daraus kleine Kugeln, die Sie anschließend auf das mit Backpapier ausgelegte Blech legen. Einfacher geht es, wenn Sie zum Formen der Kugeln zwei Löffel verwenden. Achten Sie darauf, ausreichend Abstand zwischen den Kugeln zu lassen, da sie beim Backen stark aufgehen.

Das Ganze muss jetzt 15 Minuten in den auf 200°C vorgeheizten Ofen. Danach reduzieren Sie die Temperatur auf 175°C und lassen die Chouquette noch einmal 10-15 Minuten backen, je nachdem, ob Sie sie hell oder kräftig goldbraun mögen. Mit diesem letzten Schritt soll auch verhindert werden, dass die Chouquettes zusammenfallen, wenn sie aus dem Ofen kommen. Sobald sie das Gebäck herausgenommen haben, bestreuen Sie es nur noch mit dem Zucker – und fertig!

Mehlgrieszuckersuppennudelpopcorn-Suppe

Kinderküche

Zwei Jahre ist sie nun, unsere Tochter. Unglaublich. Wir haben sie rundum und freudig gefeiert – ihre Liebsten waren da, viele Luftballons, jede Menge leckerer Kuchen und dann die ganzen Geschenke… Die kamen alle super an und sind auch drei Wochen nach Überreichung alle noch sehr beliebt. Ganz besonders häufig und intensiv wird allerdings die neue Kinderküche bespielt. Die ist echt klasse. Ausgestattet ist sie mit Herdplatten, Ofen, Spüle, Wasserhahn (der sogar Wasser spendet!) Regal und Schubladen. Ihre Oma hat Gläschen mit diversen Lebensmitteln gefüllt und Töpfe und Geschirr im Internet ersteigert. Auch die Küche haben wir über das Internet bestellt – da gibt es eine Menge Auswahl und natürlich auch verschiedene Preisklassen. Wir haben für die Küche (von Elka) knapp 80 Euro gezahlt.

Unsere Tochter kocht uns nun jeden Tag fleißig die tollsten Gerichte und serviert mit großer Konzentration Tee und Kaffee. Bei den Speisen ist ihr Favorit derzeit eine Suppe bestehend aus Mehl, Gries, Zucker, Suppennudeln und Popcorn – wobei ich zugeben muss, dass der Zucker häufig in ihrem Mund landet – wenn ich nicht schnell genug die Löffelladung in den Topf umleite.

Lässt man sein Kind mit echten Lebensmitteln, wie z.B. Mehl oder Gries „kochen“, vielleicht auch noch unter Verwendung von Wasser, kann ich nur raten, die Kinderküche in die Küche zu stellen bzw. an einen Ort, den man einfach säubern kann. Das ganze macht einen ganz schönen Dreck – aber genau das macht ja eben erst richtig Spaß….

Flügelschläge im Februar – Zweiter Teil

hausgemachte Nudeln

Die Hühnersuppe ist natürlich ein Klassiker und dafür bekannt, dass sie das Wohlbefinden steigern und Kräfte in uns wecken kann. Nicht nur an nasskalten Tagen koche ich deshalb diese Suppe gern, sondern auch im Sommer, da sie sogar lauwarm ausgezeichnet schmeckt und gut verträglich ist.

Für „meine“ Hühnersuppe setze ich ein Hähnchen mit zwei Bund Suppengrün, zwei Zwiebeln, Lorbeerblatt und Pfefferkörnern auf, lasse dies ca. 30 – 40 Minuten köcheln und danach noch gut durchziehen. Ein Suppenhuhn würde die Brühe natürlich etwas kräftiger im Geschmack machen, aber ein Hähnchen hat mehr Fleisch und braucht nicht so lange, um gar zu werden. In die Brühe kommen jetzt reichlich Erbsen, Möhren, Spargel (am besten Tiefkühlkost: Leipziger Allerlei), eine Dose ganze Champignonköpfe (diese einmal durchschneiden); das Fleisch vom Hähnchen (mundgerechte Stücke); mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Beste kommt nun zum Schluss: Selbst gemachte Nudeln! Oh nein, dass macht überhaupt keine Arbeit, man braucht keine Nudelmaschine und Kinder beteiligen sich sehr gern an dieser Arbeit. Ich habe diese Nudeln, die ich ausschließlich für die Hühnersuppe nehme, sogar immer auf Vorrat.

Für den Nudelteig nehme ich: 100 g Mehl, 1 Ei, 1 Prise Salz, 1 Esslöffel Öl. Alle Zutaten werden vermischt und sollten so lange mit der Hand geknetet werden, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Hier ist ein bisschen Ausdauer gefragt. Der fertige Nudelteig wird nun schön dünn ausgerollt und in ca. 3 bis 4 cm breite Streifen geschnitten. Sie sollten darauf achten, dass der Teig von oben und unten immer gut mit Mehl bestreut ist – aber nur gerade soviel, das ein Zusammenkleben der Teigstreifen verhindert wird. Zwei bis drei Streifen kann man jetzt übereinander legen und ca./max bis 3 mm dicke Nudeln abschneiden. Hat man das überschüssige Mehl von den Nudeln geschüttelt, können diese in die kochende Hühnersuppe, in der schon alle anderen Zutaten gar/fast gar sind. Beim Servieren der Suppe bzw. des Eintopfs noch frisch gehackte Petersilie dazu geben.

Nudeln, die man auf Vorrat herstellt, sollten zunächst ein paar Tage – gut ausgebreitet auf Backpapier – trocknen. Während dieser Zeit sollten Sie die Nudeln immer mal wieder durchmischen. Für das Trocknen muss das Mehl dafür nicht entfernt werden. Sind die Nudeln getrocknet, können sie in ein verschließbares Glas.  Weiterlesen

Was Warmes für den Winter: französische Gemüsebouillon

Diese fast unscheinbare Bouillon ist unschlagbar für die kalten, endlosen Wintermonate und hat mich vor allem durch seine überraschend kräftigen und vielfältigen Aromen begeistert.

Ich habe das Rezept der Bouillon von den Eltern meiner französischen Freundin und ich muss sagen, dass ich beim ersten Anblick der wenig spektakulären Suppe dachte: „na toll, wie langweilig“. Aber nach dem ersten Löffel war ich überzeugt!

Frisch muss es sein

Perfekt ist natürlich, wenn man die Zutaten im eigenen Gemüsegarten anbauen kann – aber da nur die wenigsten diese Möglichkeit haben, reicht es natürlich, wenn Ihr das Gemüse auf dem Markt kauft. Wir haben es uns zum Beispiel zur Gewohnheit gemacht, samstags auf den Wochenmarkt zu gehen. Dort meiden wir die Stände, die ihre Ware auf dem Großmarkt kaufen und zu jeder Jahreszeit einfach alles anbieten. Stattdessen gehen wir direkt zu den Ständen der Obst- und Gemüsebauern aus dem Umland, die in der Regel nur saisonale Gemüsesorten haben. Dafür schmeckt das Gemüse meist besser und es ist fast so, als käme es direkt aus dem eigenen Garten. Für mich ist übrigens das Einkaufen auf dem Markt mindestens genauso wichtig wie das spätere Zubereiten der Zutaten.

Tipp: Wenn Ihr euch das Leben leicht machen wollt, kauft euch für den Markt den guten alten Einkaufstrolley – Hier in Frankreich ist die Einkaufstasche auf Rädern inzwischen zum Trend geworden und es gibt neben den üblichen karierten Modellen auch Trolleys im moderneren Design. Die beste Gelegenheit, zum Trendsetter zu werden!

Es geht los

Kommen wir zur Bouillon. Im Grunde könnt Ihr selbst entscheiden, welche Gemüsesorten Ihr nehmen wollt, und eurer Phantasie dabei freien Lauf lassen. Ich halte mich hier erst einmal an das Rezept von Geneviève … Weiterlesen