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Der Wildkräuter-Kochkurs (1)

Noch keine üppige Ausbeute - trotzdem schon voller Aroma und Vitamine.

Löwenzahn, Giersch, Vogelmiere

Lange musste ich mich gedulden und nun habe ich die ersten zweieinhalb Stunden Kochkurs „Kochen mit Wildkräutern“ hinter mir. Was für ein entspannter Abend, bei dem es um die richtige Ernährung (man kann es nicht oft genug hören) und eine erste Einführung in die Wildkräuterküche ging! In sehr netter Runde haben wir uns danach mit sehr leckeren Sachen bekocht. Wichtig beim gemeinsamen Essen: Man fängt zunächst bei der Rohkost an und arbeitet sich dann zum warmen Gericht vor. Geschmeckt hat uns folgende „Menüfolge“: ein Frischkorngericht; Spitzkohlsalat; Partysemmeln wahlweise mit Wildkräuterbutter oder süßer Dattelcreme; Dinkelnockerl-Suppe mit Kräutern und dazu gedünstetes Gemüse.

Auf die Wildkräuter werden wir uns wohl erst in zwei Wochen „stürzen“ können. Es gibt einfach noch nicht so viele Kräuter – was dem langen Winter geschuldet ist. Ein paar Bilder vom „Erstkontakt“ mit Wildkräutern und Getreidemühle gibt es bei Google+.

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Wie schmeckt Löwenzahn-Honig?

Löwenzahn-Honig

Vor einigen Jahren habe ich gemeinsam mit meiner Oma nach einem alten Rezept, Honig aus Löwenzahnblüten hergestellt. So richtig ist uns das damals aber nicht gelungen. Wir produzierten einen ziemlich dünnflüssigen Sirup, mit vielen Zuckerkristallen, der wirklich gar keine Verwendung in der Küche fand, da er zudem überhaupt nicht schmeckte.
Jetzt, da ich wieder auf dem Lande lebe, war mein Ehrgeiz und die Lust geweckt, es noch einmal auszuprobieren. Denn diese Pflanze und ihre gelben Blüten sind wirklich schön anzusehen und laden geradezu ein, diese in der Küche zu verarbeiten.
So habe ich noch alte Aufzeichnungen im Familien-Rezepte-Buch gefunden und natürlich auch noch kreuz und quer im Internet recherchiert und mit unserem Rezept verglichen.  Wahrscheinlich haben wir damals einfach zu viel von allem genommen: Wasser, Blüten, Zucker und das ganze nicht lange genug eingekocht.
Jetzt habe ich folgendes probiert und hatte Erfolg:
Ca. 300 g Blüten vom Löwenzahn (möglichst nicht vom Straßenrand; eher aus geschützten und abgasfreien Wiesen). Die Blüten lassen sich schnell sammeln. Einfach direkt unter der Blüte vom Stengel abknipsen. Wer mag, kann Handschuhe tragen, da man ganz schön klebrige, gelb eingefärbte Finger bekommt. Die Blüten müssen gründlich gewaschen werden. Nicht erschrecken, in den gesammelten Blütenköpfen wimmelt es ganz schön: Kleine schwarze Käfer, Ameisen, Spinnen. Sie fühlen sich dort natürlich sehr wohl.
Dann werden die Blüten mit dem Messer etwas klein gehackt. Zusammen mit einem Liter Wasser und dem Saft und der Schale einer ganzen Zitrone zum Kochen bringen.

Nach dem kurzen Aufkochen den Topf vom Herd nehmen und das Ganze ziehen lassen. Je länger, desto intensiver der Geschmack. Ich habe ca. 1,5 h gewartet. Erwarten Sie noch nicht, dass es in der Küche schon nach Blütenhonig duftet. Das Gegenteil ist eher der Fall. Haben Sie Geduld, das wird noch!
Nach der Wartezeit habe ich alles durch ein Sieb und darin ein Tuch (Baumwoll-Windel) abgegossen. Die Blüten-Zitronenmasse lässt sich im Tuch ganz hervorragend ausquetschen, so dass die ganzen Aromen aufgefangen werden können.
Jetzt kommt zu der gewonnenen Flüssigkeit, die schon eine recht schöne Farbe hat, noch 1 Kilo weißer Zucker. Wer jetzt schon mal kostet, wird enttäuscht sein. So richtig lecker schmeckt es immer noch nicht und es riecht auch immer noch nicht wirklich gut in der Küche.
Das Süppchen sollte jetzt ganz genügsam vor sich hinköcheln und langsam aber sicher zu einem Honig eindicken (ohne Deckel kochen). Das kann gute zwei Stunden in Anspruch nehmen. Ab und zu Umrühren nicht vergessen.

Nach zwei Stunden sollte man alles ganz genau beobachten und dabei bleiben, da jetzt der Sirup/Honig leicht anbrennen kann.
Nehmen Sie jetzt ab und zu eine Gelierprobe (wie beim Mamelade-Einkochen).  Bei mir hatte der Honig nach 2 Stunden und 15 Minuten die gewünschte Konsistenz.
Der Honig wird jetzt in sauberen, trockenen Gläsern gefüllt und sofort verschlossen.
Und wie schmeckt er nun? Er ist zunächst sehr intensiv im Geschmack. Am nächsten Tag schmeckt er schon sehr viel besser: Auf einem knackfrischen Sonntagsbrötchen ein echter Genuss.
Auf alle Fälle kann ich diesen Honig empfehlen: Er ist selbst gemacht, schmeckt und ist auch etwas für’s Auge. Vielleicht kann man ja durch Zugeben von anderen Aromen (noch mehr Zitrone?; Zitronenmelisse; Rosmarin; Salbei?) noch ein bisschen experimentieren, um einen spezielleren Geschmack zu bekommen.  Zum Unkraut werde ich den Löwenzahn wohl nicht mehr zählen.
Und abschließend noch zur Frage, wie wirkt Löwenzahn auf unsere Gesundheit: Da gibt es hier etwas zum Nachlesen und bestimmt auch Appetit auf mehr.